Energiepreise 2026: Steigende und bleibende Kosten durch den Rocket-and-Feathers-Effekt.

Energiepreise 2026: Steigende und bleibende Kosten durch den Rocket-and-Feathers-Effekt.

Wie Krisen-Angst in Profit umgewandelt wird.

Vielleicht kennst du das Gefühl: Kaum flackert irgendwo auf der Welt eine neue Krise auf, springt die Anzeige an der Zapfsäule oder im Supermarkt sofort nach oben. Wir nehmen das meistens zähneknirschend hin, weil uns eingeredet wird, dass das eben die logische Folge der „aktuellen Lage" ist.

Aber hast du dich mal gefragt, warum diese Preise Wochen oder Monate brauchen, um wieder zu sinken, wenn der Sturm längst vorbei ist?

Das Phänomen: Rockets and Feathers

In der Ökonomie gibt es dafür einen Begriff, der es perfekt beschreibt: der Rockets-and-Feathers-Effekt.

Es ist genau das, wonach es klingt: Wenn schlechte Nachrichten kommen, schießen die Preise hoch wie eine Rakete. Aber wenn sich die Lage stabilisiert, schweben sie nur so langsam und zögerlich zu Boden wie eine Feder.

Das ist kein Naturgesetz und auch kein technischer Fehler. Es ist Psychologie. Große Konzerne wissen genau, dass wir uns in der Panikphase an einen neuen, hohen Schmerzpunkt gewöhnen. Sie halten die Preise künstlich oben, solange es geht, um ihre Margen zu maximieren. Während wir noch für die „Krise" bezahlen, wird diese Krise für andere längst zur Goldgrube.

Konkrete Beispiele: Von der Tankstelle bis zum Supermarkt

Schauen wir uns an, wie das in der Realität aussieht. Als 2022 der Ukraine-Krieg begann, explodierten die Benzinpreise innerhalb weniger Tage. Die Begründung: Unsicherheit auf den Rohstoffmärkten, gestörte Lieferketten, geopolitische Risiken. Alles nachvollziehbar – auf den ersten Blick.

Doch als sich die Rohölpreise Monate später wieder normalisierten, blieben die Preise an der Zapfsäule hartnäckig oben. Studien des Bundeskartellamts zeigten, dass die Margen der Mineralölkonzerne in dieser Phase auf Rekordniveau lagen. Die Krise war vorbei, die Profite nicht.

Das gleiche Muster sehen wir bei Lebensmitteln. Butter, Mehl, Milch – alles wurde teurer, angeblich wegen gestiegener Energiekosten und Lieferengpässen. Doch selbst als die Großhandelspreise sanken, blieben die Supermarktpreise stabil. Die Verbraucher zahlten weiter den Krisenpreis, während die Handelsketten ihre Gewinnspannen ausbauten.

Das ist der Rockets-and-Feathers-Effekt in Aktion: schnell rauf, langsam runter – und in der Zwischenzeit wird abkassiert.

Ein System, das für wenige funktioniert

Dass das kein Zufall ist, zeigt der aktuelle Oxfam-Bericht von 2026. Die Zahlen sind fast schon absurd: Während Milliarden Menschen weltweit mit der Inflation kämpfen und versuchen, über die Runden zu kommen, ist das Vermögen der Superreichen seit Ende 2024 dreimal schneller gewachsen als in den Jahren davor.

In Deutschland besitzen mittlerweile 256 Milliardäre mehr als die gesamte untere Hälfte der Bevölkerung zusammen. Das Geld verschwindet nicht einfach – es landet nur immer schneller an immer weniger Stellen. Wir haben es hier mit einem massiven Konstruktionsfehler zu tun. Wenn das System für 99% der Menschen stagniert, während es ganz oben Rekorde feiert, dann ist das kein funktionierender Markt mehr. Es ist ein Systemfehler.

Die Mechanik der Angst: Warum wir mitspielen

Aber warum funktioniert das überhaupt? Warum lassen wir uns das gefallen?

Die Antwort liegt in der Art, wie Krisen kommuniziert werden. Medien, Politik und Konzerne arbeiten – bewusst oder unbewusst – Hand in Hand, um ein Narrativ der Knappheit und Bedrohung aufrechtzuerhalten. Wir werden konditioniert, Preiserhöhungen als unvermeidlich zu akzeptieren.

Gleichzeitig fehlt uns oft die Transparenz. Wir sehen nicht, wie sich die Gewinnmargen entwickeln. Wir haben keinen Einblick in die tatsächlichen Kostenstrukturen. Und selbst wenn Kartellbehörden Untersuchungen einleiten, dauern diese Jahre – und die Strafen sind lächerlich im Vergleich zu den Gewinnen.

Das System setzt darauf, dass wir uns an den neuen Normalzustand gewöhnen. Und genau das tun wir. Bis zur nächsten Krise, die dann wieder als Rechtfertigung für die nächste Preisrunde herhalten muss.

Die Rolle der Politik: Versagen oder Komplizenschaft?

Man könnte jetzt erwarten, dass die Politik eingreift. Schließlich gibt es Kartellämter, Verbraucherschutz und Regulierungsbehörden. Doch die Realität sieht anders aus.

Politische Entscheidungsträger sind oft eng mit den Interessen großer Konzerne verwoben – durch Lobbyismus, Parteispenden oder die Aussicht auf lukrative Posten nach der politischen Karriere. Regulierungen werden verwässert, Kontrollen verzögert, Strafen bleiben symbolisch.

Statt strukturelle Lösungen anzugehen – wie etwa eine Übergewinnsteuer, strengere Preiskontrollen in Krisenzeiten oder echte Kartellzerschlagungen – wird auf freiwillige Selbstverpflichtungen gesetzt. Das Ergebnis: Business as usual.

Die Politik versagt nicht nur darin, uns zu schützen. Sie ist Teil des Systems, das diese Mechanismen erst ermöglicht.

Warum ich vktr.studio mache

Ich habe vktr.studio nicht gegründet, um einfach nur T-Shirts zu verkaufen. Ich will diese Mechanismen sichtbar machen. Ich will, dass wir aufhören, diese Dinge als „normal" zu akzeptieren.

Meine Designs sind meine Art, diese Themen auf die Straße zu bringen – als klares Statement:


Vorderansicht eines schwarzen T-Shirts mit dem Motiv 'Fear Fuels The System': Ein detaillierter weißer Totenkopf im Profil, aus dessen Kiefer mehrere Geldscheine fallen. Der Text steht in blockiger, abgenutzter weißer Schrift links neben dem Schädel
Fear Fuels The System:
Dieses Shirt ist für mich die visuelle Antwort auf die aktuelle Energie-Debatte. Es erinnert daran, dass unsere Angst der Treibstoff für ihre Gewinne ist. Solange wir Angst vor Knappheit haben, können sie die Preise diktieren. 
Product mockup
System Error:
Wenn die mathematische Realität der Mehrheit nicht mehr mit dem Reichtum einer winzigen Elite zusammenpasst, dann ist das der ultimative Error im Code unserer Gesellschaft.


Jedes Shirt ist ein Gesprächsanlass. Ein Zeichen, dass du nicht einverstanden bist. Ein Signal an andere, dass sie nicht allein sind mit ihrer Wut und Frustration.

Was du konkret tun kannst

Es ist leicht, sich ohnmächtig zu fühlen angesichts dieser Strukturen. Aber Veränderung beginnt immer im Kleinen – mit Bewusstsein, Widerstand und kollektivem Handeln.

1. Informiere dich und andere:
Teile Artikel wie diesen. Sprich mit Freunden und Familie über diese Mechanismen. Je mehr Menschen verstehen, wie das System funktioniert, desto schwerer wird es, uns zu manipulieren.

2. Unterstütze Alternativen:
Kaufe lokal, unterstütze kleine Unternehmen, setze auf Genossenschaften und faire Strukturen. Jeder Euro, den du nicht in die Taschen von Konzernen steckst, ist ein kleiner Akt des Widerstands.

3. Fordere politische Verantwortung:
Schreib deinen Abgeordneten, unterschreibe Petitionen, geh auf die Straße. Politischer Druck funktioniert – aber nur, wenn er laut genug ist.

4. Trag deine Haltung nach außen:
Ob mit einem Statement-Shirt, einem Sticker oder einfach durch deine Worte – mach sichtbar, dass du nicht einverstanden bist. Schweigen wird als Zustimmung interpretiert.

Fazit: Zeit für einen Reboot

Wir müssen anfangen, die richtigen Fragen zu stellen. Warum akzeptieren wir Raketen-Preise, wenn die Ursache längst verflogen ist? Warum schützen wir Vermögen von 256 Leuten mehr als die Kaufkraft von 41 Millionen?

Die Krise ist oft nur eine Ausrede. Die Marge ist das Ziel. Es ist Zeit, das System mal gründlich zu hinterfragen.

Der Rockets-and-Feathers-Effekt ist kein Naturgesetz. Er ist das Ergebnis von Machtstrukturen, die wir ändern können – wenn wir aufhören, sie als unveränderlich hinzunehmen.

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